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freie Plätze 202AK20602: Die "Utopia" des Thomas Morus und der "Sonnenstaat" des Tommaso Campanella
- oder - Der lebensgefährliche Versuch, Staat und Gesellschaft mit Vernunftprinzipien zu revolutionieren

"Utopie" hat heute einen angenehmen Klang als wünschenswerte, aber leider unerreichbare Verbesserung jeder Art von Zuständen und Aktivitäten im Bereich von Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, karitativen und sozialen Aufgaben. Utopie hat besonders im Jahr 2020 Konjunktur: nicht weniger als drei Kongresse zum Thema sind angekündigt.
Thomas Morus, der im Jahr 1516 den Begriff ¿Utopia¿ mit der Bedeutung ¿Nicht-Ort-Land¿ prägte, hatte die Idee, einen ganz neuen Typ von Staat und Gesellschaft zu entwerfen, in dem alle bisherigen Privilegien von Regierenden, Adel, Kirche und Besitzenden beseitigt sind. Stattdessen sollte die Wahl der Regierung, die Struktur der Gesellschaft, die Anlage von Siedlungen und die Nutzung der natürlichen Ressourcen allein dem Prinzip der Gleichberechtigung und der Zweckmäßigkeit und der wirtschaftlichen Effizienz unterworfen werden.
Diese Ideen hatten Vorläufer in den antiken Idealstaatsentwürfen Platons, Ciceros und Augustins. Im 16. und 17. Jh. hatte die ¿Utopia¿ des Thomas Morus eine große Zahl weiterer radikaler Staatsutopien zur Folge. Ihre Ursache hatten sie immer in schweren Krisen von Staat und Gesellschaft und in der Lebenssituation ihrer Verfasser.
Das auffällige Interesse der kommunistischen Ideologen von Karl Marx an zeigt aber auch die Gefahren des Totalitarismus, die in diesen Staatsentwürfen enthalten sind.

Beginndatum: Mittwoch, 23.09.2020, 19.30 Uhr

Blänsdorf Prof. Dr. Jürgen


freie Plätze 202AK20603: Lebendige Antike: Der Heilige Augustinus im modernen Maghreb: Kulturelle Erinnerung und literarische Utopie in
Abdelaziz Ferrahs Roman "Moi, Saint Augustin" (Algier 2004)

Wer an den Kirchenvater Augustinus denkt, hat oft zunächst eine große Gestalt der westlichen Geistes- und Kirchengeschichte vor Augen.  Doch wird Augustinus, der ja aus Nordafrika stammt, seit einigen Jahren auch in den modernen Maghrebstaaten verstärkt als das eigene, vorislamische Erbe wahrgenommen und nach der Phase des Kolonialismus gleichsam "rückangeeignet". Dies geschieht unter anderem in etlichen Romanen aus der Feder algerischer und tunesischer Autoren über Augustinus, daneben auch durch politische und kulturell-wirtschaftliche Initiativen. Diese sind zum Teil mit in der Bürgerrechtsbewegung der Berber in Algerien verknüpft und zielen auch auf eine bessere Zusamenarbeit mit Europa. In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zeigen sich daher auch zukunftsgewandte, (noch) utopische Elemente, die der Vortrag anhand des 2004 in Algier gedruckten Romans "Moi Saint Augustin" vorstellt.

Beginndatum: Mittwoch, 04.11.2020, 19.30 Uhr

Bettenworth Anja


freie Plätze 202AK20604: Eine christliche Staatsutopie bei Augustinus

Der Kirchenvater Augustinus (354-430 n. Chr.) ist u.a. bekannt für sein umfangreiches Werk "Über die Bürgergemeinschaft Gottes" (De civitate dei). Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich nicht um ein Werk der politischen Philosophie; die "Bürgergemeinschaft
Gottes" ist keine staatliche oder kirchliche Institution, sondern die Gemeinschaft der Christen, die in einer potentiell feindlichen Umwelt ihr Leben allein auf Gott ausrichtet. Augustinus war jedoch nicht nur Theologe und Philosoph, sondern auch Bischof und Kirchenpolitiker.
Hiervon legen seine zahlreichen erhaltenen Briefe reiches Zeugnis ab.
In einem dieser Briefe (Nr. 138) stellt Augustinus recht konkrete Überlegungen zur Christianisierung der politischen Sphäre und des Imperium Romanum an. Im Vortrag soll diese - in Augustins Werk singuläre - christliche Staatsutopie charakterisiert, auf ihren
politischen, auch tagespolitischen Hintergrund befragt und zu der Sozialphilosophie von De civitate dei in Beziehung gesetzt werden.

Christian Tornau (geb. 1967) ist seit 2009 Professor für Klassische Philologie an der Universität Würzburg. Er forscht zu Augustinus und der christlichen Antike, zur Philosophie des Neuplatonismus und zur antiken Rhetorik. Seit 2011 ist er Mitherausgeber des
Augustinus-Lexikons. Abendkasse: 5,00 Euro

Beginndatum: Mittwoch, 25.11.2020, 19.30 Uhr

Tornau Prof. Dr. Christian


freie Plätze 202AM20600: Fernweh: Alaska zwischen Feuer und Eis - Filmvortrag

Text folgt
Abendkasse: 5,00 Euro

Beginndatum: Mittwoch, 28.10.2020, 19.00 Uhr

Preiser Lothar


freie Plätze 202AM20601: Fernweh: British Columbia, das Land der Haida und Nisga'a - Filmvortrag

Text folgt
Abendkasse: 5,00 Euro

Beginndatum: Donnerstag, 12.11.2020, 19.00 Uhr

Preiser Lothar


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