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freie Plätze 212AL10801: Ein Sommernachtstraum - eine interkulturelle Hochzeitsfeier

In einem berühmten Text des römischen Dichters Ovid verlieben sich Pyramus und Thisbe, würden gerne heiraten, müssen sich aber - mit traurigem Ende - außerhalb der Stadt in der Natur treffen, die sie sich anders vorgestellt haben, als sie ist. Shakespeare hat diese Geschichte in seine Komödie "Ein Sommernachtstraum" eingebaut: Im antiken Athen feiern ein König und seine Geliebte Hochzeit. Sie haben Gäste aus allen sozialen Schichten und aus antiken, germanischen und französischen Mythen des Mittelalters. Englische und deutsche Romantik, arabische, griechische und römische Antike verschmelzen. Natur und Zivilisation spiegeln das Wesen der Menschen. Der Tag der Hochzeit wird ein Tag der Wahrheit: Menschen jeden Alters erkennen sich selbst und andere. Viele andere Versionen verbinden Ovids und Shakespeares Text in immer neuen Medien. Die Beschäftigung mit unterhaltsamen Variationen dieses Themas von Ovid über Shakespeare bis zum modernen Film zeigt: Antike und Gegenwart sind verbunden; antike Texte liefern Deutungsmuster für unser Selbstverständnis. Mit Filmeinspielungen

Vortrag von Prof. Dr. Hans-Joachim Glücklich, Frankfurt/Main
Abendkasse: 5,00 Euro

Beginndatum: Mittwoch, 15.09.2021, 19.30 Uhr

Glücklich Prof. Dr. Hans-Joachim


freie Plätze 212AL10802: Sunt lacrimae rerum ...
Der Abstand zum Leiden. Ein Paradoxon der Kunst bei Homer und Vergil

Bereits in der Odyssee finden sich Erzählelemente, die als metatextuelle Reflexion über das paradoxale Problem des Abstands zum Leiden in der Kunst zu verstehen sind: für den Leidenden stellt der künstlerische Ausdruck den zur produktiven Bewältigung notwendigen Abstand her, für den Unbeteiligten schafft er gerade durch dessen Überwindung die Voraussetzung für die empathische Anteilnahme an fremdem Schicksal, und beide schließt er so zu einer ¿Bruderschaft im Leiden¿ (Siegfried Lenz, "Über den Schmerz") zusammen. An den ganz unterschiedlichen Reaktionen unter den Zuhörern des Sängers Demodokos, den der Phaiakenkönig Alkinoos bei einem Gastmahl zu Ehren des Odysseus auftreten lässt, wird deutlich, dass das Leiden, dem er in seinem Vortrag über Begebenheiten aus dem trojanischen Krieg künstlerischen Ausdruck verliehen hat, nur für diejenigen der Stoff ungetrübten ästhetischen Genusses werden kann, die dem Geschehen hinreichend fernstehen. Die Phäaken applaudieren begeistert. Der Kriegsteilnehmer Odysseus hingegen bricht zweimal nacheinander weinend zusammen, sodass der Vortrag schließlich abgebrochen werden muß. Erst der Heimgekehrte und Sieger über die Freier wird imstande sein, zusammen mit seiner treuen Gattin Penelope eine ganze Nacht hindurch das Erzählen seiner Erinnerungen lustvoll auszukosten. Vergil spielt in der Aeneis an drei Stellen (I 198-207; I 441-493; VI 14-33) auf diese Vorlage an und gelangt zu einer wesentlichen Vertiefung, indem er die verschiedenen Perspektiven und Rollen in der Figur des Künstlers zusammenfasst, den er als Leidenden, als Gestaltenden des künstlerischen Ausdrucks und als ersten Rezipienten seines Werks in den Blick nimmt.
Vortrag von Dr. Gereon Becht-Jördens, Schriesheim
Abendkasse: 5,00 Euro

Beginndatum: Mittwoch, 20.10.2021, 19.30 Uhr

Becht-Jördens Dr. Gereon


freie Plätze 212AL10803: "Anna und Aeneas (Ovid, fast. Id. Mart.) - eine Tragikomödie".


Vortrag von Prof. Dr. Christoph Schubert, Erlangen-Nürnberg
Abendkasse: 5,00 Euro

Beginndatum: Mittwoch, 17.11.2021, 19.30 Uhr

Schubert Prof. Dr. Christoph


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