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freie Plätze 221AA10102: Von Powerfrauen und Vorbildern. Handlungsspielräume von Ludwigshafener Frauen im Kaiserreich und der Weimarer Republik.

Im Kaiserreich waren die Frauen in Ihren Rechten stark eingeschränkt. Sie konnten z. B. nicht wählen und ohne Erlaubnis ihres Ehemannes nicht arbeiten. Doch Sie suchten und fanden Wege ihre Handlungsspielräume stetig zu erweitern. In dem sich bürgerliche Frauen in der kommunalen Armenpflege engagierten, stellten sie unter Beweis, dass sie einen gleichwertigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens leisten können. Proletarische Frauen hatten es in dieser Beziehung schwerer, mussten sie doch für ihren Lebensunterhalt viel Zeit und Kraft aufwenden und sich - wollten sie auf politischen Weg eine Verbesserung ihrer ökonomischen Situation herbeiführen - gegen Ressentiments aus den eigenen Reihen zur Wehr setzten. Mit dem Inkrafttreten der Vereinsfreiheit, der allmählichen Öffnung der Universitäten für Frauen, sowie der Einführung des Frauenwahlrechts und der Professionalisierung in verschiedenen Sozialberufen eröffneten sich bürgerlichen und proletarischen Frauen weitere Handlungsspielräume. In diesem Spannungsfeld bewegten sich auch Ludwigshafener Akteurinnen. Der Vortrag rückt Frauenpersönlichkeiten aus der Region in den Mittelpunkt, welche in ihrer Zeit die ihnen gegebenen Chancen engagiert nutzen und dadurch die damals für Frauen eng gesteckten Grenzen erweiterten und überschritten. Sie waren und sind "Powerfrauen" und konkrete Vorbilder weiblicher Emanzipation.
Vortrag im Begleitprogramm der Ausstellung "Katharina und ihre Schwester" vom 07.03. bis 28.04.2022 in der Melanchthonkirche in Kooperation mit der Protestantischen Kirche für Ludwigshafen. Sowie im Vorspann zur Ausstellung "Aus dem Schatten ins Licht. Starke Frauen aus 1000 Jahren Pfälzer Geschichte" vom 18.03.22 bis zum 24.06.22 in der VHS Ludwigshafen in Kooperation mit dem Stadtmuseum und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt.

Beginndatum: Donnerstag, 10.03.2022, 19.00 Uhr

Übel Dr. Brigitte


freie Plätze 221AA10103: Die Anilinerinnen - Frauen in der BASF von 1865 bis heute

Die Entwicklung Ludwigshafens zur Industrie- und Chemiemetropole ist eng verbunden mit der Unternehmensgeschichte der 1865 gegründeten Badische Anilin- und Sodafabrik, kurz BASF. Sie war und ist der größte Arbeitgeber der Region und "die Aniliner", als Bezeichnung für die Beschäftigten der BASF, ist im umgangssprachlichen Gebrauch allgegenwärtig. Meist werden damit nur die männlichen Arbeitnehmer assoziiert, die seit jeher und auch 2020 mit 75,6 % zu 24,4 % Frauen (Angaben für Europa), die Mehrzahl der Beschäftigten der BASF stellen. Dabei gehören erwerbstätige Frauen von Anfang an zur Geschichte der BASF.
Dagmar Krebaum zeigt in ihrem Vortrag die wechselvolle Geschichte der "Anilinerinnen" auf. Wie sah ihr Weg von der ersten Krankenschwester, über Reinigungskräfte in den Laboren, den ersten Akademikerinnen und Stenotypistinnen in der Weimarer Republik aus? Wie zwischen NS-Frauenideal und Kriegswirtschaft und nach dem Krieg, ausgehend von den Trümmerfrauen zur Emanzipation in den 60er Jahren? Und heute? Wie sind Frauen mittlerweile in den verschiedenen Berufsgruppen und im Vorstand vertreten?
Die Anilinerinnen stehen eindrucksvoll für die Emanzipationsgeschichte weiblicher Erwerbsarbeit in der Industrie. Ihnen gebührt ausdrücklich ein Platz unter den starken Frauen der Pflalz.

Vortrag im Begleitprogramm zur Aus- stellung "Aus dem Schatten ins Licht - Starke Frauen aus 1000 Jahren Pfälzer Geschichte" in Kooperation mit dem Stadtmuseum und der Gleichstellungs- beauftragten der Stadt Ludwigshafen.

Beginndatum: Mittwoch, 08.06.2022, 19.00 Uhr

Krebaum Dagmar


freie Plätze 221AA10104: Literarische Salons - Höhepunkte einer versunkenen weiblichen Kultur - Vortrag mit musikalischer Zeitreise

Der literarische Salon gehört zu den faszinierenden Phänomenen der europäischen Kulturgeschichte. Eine lange Tradition, die mehrere Epochen mit verschiedenen Blütezeiten umfasst und sich in unterschiedlicher Ausprägung auf nahezu alle Länder Europas erstreckt, kennzeichnet ihn. Diese Salons lockten die großen Geister der Zeit an und sind zugleich "Schauplatz einer Generalprobe der Emanzipation der Frau".
Die Musikerinnen Frauke Adomeit (Harfe) und Asli Kilic (Klavier) von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz begleiten den Vortrag mit einer musikalischen Zeitreise durch die dargestellten historischen Epochen.
Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung "Aus dem Schatten ins Licht - Starke Frauen aus 1000 Jahren Pfälzer Geschichte" in Kooperation mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Stadtmuseum Ludwigshafen und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt.
Anmeldung erforderlich.

Beginndatum: Freitag, 13.05.2022, 19.00 Uhr

Krebaum Dagmar


Anmeldung möglich 221AB10000: vhs.wissen live: Das unzufriedene Volk: Protest und Ressentiment in Ostdeutschland von der friedlichen Revolution bis heute

Ostdeutsche stilisieren sich im öffentlichen Diskurs gern als Opfer der deutschen Einheit. Tatsächlich haben sie sich aber von der friedlichen Revolution bis heute als mächtiger politischer Akteur erwiesen.
So ging im revolutionären Umbruch von 1989 die Dynamik nicht von der kleinen Schar der Bürgerrechtler und Bürgerrechtlerinnen aus, sondern von der Bevölkerung.
Und heute beherrscht die ostdeutsche Bevölkerung durch ihr Wahlverhalten und nicht zuletzt durch ihren Opferdiskurs die öffentlichen Debatten. Am ostdeutschen Protestverhalten lässt sich begreifen,
wie sich eine Bevölkerung zum Volk konstituiert - unter den Bedingungen einer Diktatur - und wie in der Demokratie die kollektive Selbstermächtigung zum Ressentiment verkommt.

Detlef Pollack zählt zu den führendsten Religions- und Kultursoziologen. Er hatte Professuren in Leipzig, Frankfurt/Oder und New York inne. Derzeit lehrt er in Münster.
Stefan Locke wurde 1974 in Bautzen geboren. Er studierte in Dresden und Portland und arbeitete anschließend für die "Dresdner Morgenpost". Seit September 2016 ist er politischer Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

Beginndatum: Mittwoch, 09.02.2022, 19.30 Uhr

Pollack Detlef


Anmeldung möglich 221AB10001: vhs.wissen live: Die Barbaren sind die anderen. Wie ein Denkmuster Geschichte und Literatur prägt.

Schon in der Antike haben Menschen andere als Barbaren abgewertet, um sich selbst aufzuwerten. Der Barbar war in der Regel der negative Gegenentwurf zum zivilisierten und kultivierten Hellenen oder Römer.
Die sogenannten Barbaren waren in ihren Augen all das, was sie selbst in ihrer Eigenwahrnehmung nicht waren: wild, grausam, gesetzlos, verschlagen, maßlos, triebhaft, dumm usw.
Nur in wenigen Fällen wurde der Barbar als Folie für Idealisierungen verwendet, beispielsweise um dekadente Tendenzen in der eigenen Gesellschaft zu markieren. Dann war der Barbar genügsam, einfach, unverdorben, gerecht, ehrlich oder fromm. Diese Zuschreibungen erinnern an das Bild des "edlen Wilden", das sich auch später in der Zeit von Sklaverei und Kolonialismus wiederfinden sollte.
Und auch heute funktionieren diese Mechanismen bei der Zuschreibung von Eigen- und Fremdidentitäten.
Der Althistoriker Mischa Meier und der Schriftsteller Durs Grünbein werden in einem Gespräch in der Villa Vigoni diskutieren, wie Identitätskonzepte wie das des Barbaren historisch entstanden sind, wozu sie mit welchen Folgen für die Betroffenen eingesetzt und wie diese Konzepte weitergeführt wurden. Wer sind heute die Barbaren und wer bestimmt das und welche Rolle spielt dabei Sprache und Dichtung?

Mischa Meier lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Universität Tübingen. Sein Werk Geschichte der Völkerwanderung (C.H. Beck) wurde mit dem WISSEN!-Sachbuchpreis ausgezeichnet.
Durs Grünbein ist ein vielfach ausgezeichneter Lyriker, Essayist. Er ist Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf und hat antike Klassiker aus dem Lateinischen und Griechischen ins Deutsche übersetzt.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni und der Gerda Henkel Stiftung statt.

Beginndatum: Dienstag, 15.02.2022, 19.30 Uhr

Meier Mischa, Grünbein Durs


Anmeldung möglich 221AB10002: vhs.wissen live: "Die Himmelsscheibe von Nebra - Fürsten, Goldwaffen und Armeen"

Die Himmelsscheibe von Nebra zählt als älteste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Welt zu den wichtigsten archäologischen Funden des letzten Jahrhunderts.
Vor etwa 3600 Jahren am Mittelberg bei Nebra im südlichen Sachsen-Anhalt vergraben, erlebte sie zuvor mehrere Veränderungen ihres Bildprogramms und ihrer Bedeutung.
Ihre Erforschung ermöglicht uns viele Erkenntnisse über die religiösen Vorstellungen, aber auch die politische Organisation in der frühen Bronzezeit.
Nicht zuletzt verweist sie auf die intensive Vernetzung der frühbronzezeitlichen Eliten in Europa und bis in den Vorderen Orient.
Harald Meller, provinzialrömischer Archäologe, Prähistoriker und Landesarchäologe von Sachsen-Anhalt, ist Direktor des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt/Landesmuseum für Vorgeschichte.
Unter seiner Führung wurde das Landesmuseum in Halle zu einem der wichtigsten Ausstellungshäuser für Prähistorische Archäologie in Europa.

Beginndatum: Freitag, 25.02.2022, 19.30 Uhr

Meller Prof. Dr. Harald


Anmeldung möglich 221AB10003: vhs.wissen live: Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Die aktuelle Rolle der Frauen in Belarus.

Die Bilder haben die Welt gerührt und erschüttert: Friedliche Demonstranten in Belarus trotzten dem brutalen Regime - immer und immer wieder.
Die Osteuropa-Korrespondentin Alice Bota erzählt in dem Vortrag die Geschichten der drei maßgeblichen Protagonistinnen, die zu Politikerinnen wider Willen wurden: Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Zepkalo.
Sie zeichnet die Geschichte des Aufstands nach und wirft die Frage auf, warum der Westen - fast vor unserer Haustür - so wenig Unterstützung leistet.

Alice Bota ist Autorin und Journalistin. Derzeit berichtet sie als Auslandskorrespondentin aus Moskau für DIE ZEIT.

Beginndatum: Donnerstag, 03.03.2022, 19.30 Uhr

Bota Alice


Anmeldung möglich 221AB10004: vhs.wissen live: Galaxien und schwarze Löcher

Seit der Entdeckung der Quasare vor etwa 50 Jahren haben sich die Indizien gehäuft, dass in den Zentren von Milchstraßensystemen massive Schwarze Löcher sitzen, die durch Akkretion von Gas und Sternen
effizient Gravitationsenergie in Strahlung umwandeln. Durch hochauflösende Messungen im Infrarot- und Radiobereich ist es jetzt im Zentrum unserer eigenen Milchstraße gelungen, einen überzeugenden
Beweis für diese Hypothese zu liefern, und gleichzeitig neue und unerwartete Resultate über den dichten Sternhaufen in der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs erbracht.
Hierbei haben neue Entwicklungen in der Infrarotinstrumentierung und der adaptiven Optik und Interferometrie am neuen Großteleskop der ESO, dem VLT, eine wichtige Rolle gespielt.
Gleichzeitig ist es klargeworden, dass die meisten Galaxien massive Schwarze Löcher beherbergen, und dass diese Schwarzen Löcher bereits etwa eine Milliarde Jahre nach dem Urknall entstanden sein müssen.
Es werden diese neuen Messungen und ihre Konsequenzen für die Entstehung von Schwarzen Löchern im frühen Universum diskutiert.

Reinhard Genzel - Direktor, MPI für extraterrestrische Physik, Garching
Professor of the Graduate School, Physics and Astronomy, University of California, Berkeley, USA

Beginndatum: Mittwoch, 09.03.2022, 19.30 Uhr

Genzel Prof. Reinhard


Anmeldung möglich 221AB10005: vhs.wissen live: Zusammentreffen von Mensch und Maschine: Mitbewohner, Diener, Kollege oder Konkurrent?

Sowohl im Berufs- als auch im Alltagsleben kommen wir - teils ohne uns dessen bewusst zu sein - ständig mit Techniken der Künstlichen Intelligenz (KI) in Berührung. In stark abgegrenzten Bereichen - etwa bei der Auswertung von medizinischen Bildern - zeigen Maschinen bereits heute quasi-intellektuelle Fähigkeiten, die dem nahekommen oder sogar darüber hinausgehen, was ein Mensch vermag. Welchen Einfluss haben KI-Innovationen auf das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine? Wie könnte eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine aussehen? Und wie können Mensch und Maschine voneinander lernen, um komplexe Herausforderungen in hybriden Teams zu meistern. Die Leibnizpreisträgerin Elisabeth André zeigt in ihrem Vortrag, was KI-Systeme wirklich leisten und wie sich Mensch und Maschine in ihrem Zusammenspiel ergänzen - aber nicht ersetzen - können.
Elisabeth André ist Inhaberin des Lehrstuhls für Menschzentrierte Künstliche Intelligenz an der Universität Augsburg. 2019 wurde sie von der Gesellschaft für Informatik als einer der »Zehn prägenden Köpfe der deutschen KI-Geschichte« ausgewählt. Sie befasst sich in ihrer Forschung mit der Frage, wie sich die zunehmende Komplexität von Technologien durch einen nutzungszentrierten Entwicklungsprozess abfedern lässt, damit Technik auch in Zukunft für den Menschen beherrschbar bleibt.

Beginndatum: Dienstag, 15.03.2022, 19.30 Uhr

André Prof. Dr. Elisabeth


Anmeldung möglich 221AB10006: vhs.wissen live: Widerstände gegen Weltbürgerlichkeit - Eine wechselvolle Geschichte

Weltbürgerlichkeit - oder Kosmopolitismus - ist eine Haltung der Weltoffenheit, seit der Aufklärung mehrfach einflussreich wurde, auf Widerstand stieß und abflaute.
Befinden wir uns heute nach dem Abklingen der Euphorie über "Globalisierung" und den Erfahrungen der Pandemie erneut in einer Phase des Anti-Kosmopolitismus?
Der Vortrag beleuchtet die historischen Voraussetzungen zur Beantwortung dieser Frage.

Jürgen Osterhammel Professor a.D. für Geschichte an der Universität Konstanz. Er hat renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG, den Gerda Henkel Forschungspreis, den Sigmund Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 2017 wurde ihm der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste verliehen.
Distinguished Fellow at the Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)

Beginndatum: Donnerstag, 24.03.2022, 19.30 Uhr

Osterhammel Dr. Dr. h.c. Jürgen


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