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Volkshochschule Ludwigshafen am Rhein > Wir über uns > Bildergalerie >  "30 Jahre plus - Schulabschlüsse" 16.11.2007


"30 Jahre Plus - Schulabschlüsse - 16. November 2007

Goldene Ehrennadel des Landesverbandes der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz verliehen

Eine zweite, manchmal auch eine dritte Chance zum qualifizierten beruflichen Einstieg bietet seit mehr als 30 Jahren die Ludwigshafener Volkshochschule. Ab 1976 besteht in dieser Bildungseinrichtung die Möglichkeit, den Hauptschul- oder Realschulabschluss nachzuholen. Viele junge, auch ältere Menschen, haben diese Gelegenheit genutzt und danach Karriere gemacht. Tatkräftige Wegbegleiter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren über viele Jahre hinweg Erich Eberts, heute noch Leiter des Fachbereichs "Schulabschlüsse" und Sigrid Steinbach, lange Zeit Lehrkraft in verschiedenen Schulabschlusskursen, heute pädagogische Mitarbeiterin im Bereich Sprachen. Beide wurden für ihre langjährigen Verdienste an der VHS im Rahmen der Jubiläumsfeier am 16. November 2007 mit der goldenen Ehrennadel des Landesverbandes der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

"In den letzten 30 Jahren hat sich viel in diesem Bildungsbereich verändert", erklärte Sozialdezernent Wolfgang van Vliet beim Jubiläum. Setzten sich beispielsweise in den ersten Jahren die Realschulkurse meist aus Menschen zusammen, die den mittleren Bildungsabschluss dringend für das berufliche Fortkommen benötigten, so kämen in den heutigen Zeiten der hohen Arbeitslosigkeit eher Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um ihre Chancen für den beruflichen Einstieg zu erhöhen. Von den Lehrkräften sei deshalb über die reine Stoffvermittlung hinaus ein hohes Maß an Flexibilität, Einfühlungsvermögen und Engagement gefordert. "Doch die Erfolge zeigen, dass diese Mühen Früchte tragen", zog der Beigeordnete erfreut Bilanz.

"Es ist wichtig, dass es Institutionen wie die Volkshochschulen gibt, die Menschen nicht ohne einen Abschluss in der Berufswelt alleine lassen, sondern ihnen ein Angebot machen, das ihnen neue Zuversicht für ihre eigene Bildungsbiographie gibt. Volkshochschulen leisten hier nicht nur einen bildungspolitischen Beitrag, sondern auch einen sozialen, pädagogischen und arbeitsmarktrelevanten. Allen Akteurinnen und Akteuren, die sich dafür engagieren, sei auch von ihrem Landesverband ganz herzlich gedankt. Sie erfüllen eine ganz wichtige Aufgabe. Ihr Landesverband möchte den Bereich auch in Zukunft tatkräftig unterstützen", so Steffi Rohling, Direktorin des Landesverbandes der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz.

In den mehr als 30 Jahren nahmen etwa 5 000 meist junge Frauen und Männer an Haupt- oder Realschulkursen der Volkshochschule teil. Davon haben 1 650 den Weg bis zur erfolgreichen Abschlussprüfung durchgehalten. Das bedeutet beispielsweise in einem Abendkurs, über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren viermal in der Woche von 18 Uhr bis 21.15 Uhr bis zur Abschlussprüfung die Schulbank in der VHS zu drücken - freiwillig und aus eigener Motivation. 1 600 dieser Absolventinnen und Absolventen haben seitdem die Prüfung bestanden. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 97 Prozent.

Als die Schulabschlusskurse in den 70-er Jahren an der Volkshochschule eingerichtet wurden, besuchten in erster Linie Deutsche die Tages- und Abendkurse.

Vor drei Jahren erlangten erstmals ausschließlich junge Erwachsene mit Migrationshintergrund den Realschulabschluss. Die Absolventen kamen aus sieben verschiedenen Ländern: Venezuela, Tschad, Tunesien, Bosnien, Ukraine, Irak und der Türkei. Eine der erfolgreichen Teilnehmerinnen lebte zu diesem Zeitpunkt erst seit vier Jahren in Deutschland und musste zuerst einmal die deutsche Sprache lernen.

Seit etwas mehr als zwei Jahren führt die VHS im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem CJD (Christliches Jugenddorf) als Projektträger, Sprachkurse, Kurse zur Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit und Hauptschulabschlusskurse in Form von Modulen durch. Dabei wird die Integration von oft jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund durch Lehrkräfte gefördert, die ebenso wie die Teilnehmer aus unterschiedlichen Nationen stammen und so die Probleme der Lernenden sehr gut nachvollziehen können. Neben den deutschen Lehrern unterrichten dort Lehrer aus dem Irak, der Ukraine, aus Weißrussland, aus Polen und von der Elfenbeinküste. EVA bedeutet Einstieg fördern - Voraussetzungen für Arbeit und Beruf verbessern. "Die Zahl von voraussichtlich 50 erfolgreichen Hauptschulabschlüssen im Jahr 2007 allein in diesem Projekt beweist die hohe Qualität der Integrationsarbeit in den Kursen", darauf verwies Wolfgang van Vliet, der als Dezernent auch für Integration in der Stadt Ludwigshafen verantwortlich zeichnet.

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